21 Jan

Lilly Jäckl – NLP erfahren

Ausbildung, Neues, NLP

Die Autorin, Regisseurin und Künstlerin Mag.art. Lilly Jäckl nahm von März bis Oktober 2013 an allen 7 Bausteinen von Irene Itene NLP Practitioner Ausbildung teil und berichtet darüber fortlaufend in diesem Blog.

Baustein 1 – Klugbauer Reinischkogel März 2013

Übermüdet vom vergangenen Tag, der erst mitten in der Nacht nach unserer Lesung im Forum Stadtpark sein Ende fand, starrte ich auf meine Google Maps-Ausdrucke, die sich im Gegensatz zu mir ganz sicher waren: Greisdorf ist mehr als ein Gleisdorf mit Tippfehler. Es ist ein Ort am Rande der Welt Richtung Klagenfurt und existiert wirklich.

Ja, es ist real. Idyllisches Bergpanorama, glasklare Luft, die geplagte Nebenhöhlen wie meine, an freies Atmen erinnert. Zahlt sich aus, dorthin zu gurken, auch so mal, für den, der will, kann, darf, aber nicht muss. Ich legte im smogigen Grazer Sonnenschein den ersten Gang ein, ohne zu wissen, was mich erwartet,

dort bei diesem Treffpunkt Klugbauer, an jenem ersten Seminartag der NLP-Practitioner Ausbildung von Irene Itene, die sich als Unternehmerin, Unternehmensberaterin, Coach, Trainerin, glückliche Mutter von vier Kindern und Oma zweier Enkelkinder, Change Management Expertin in vielen Lebenslagen und zahlreichen zusätzlichen Qualifikationen und Ausbildungen einen Namen gemacht hat.

„NLP“ klingt, wenn man noch nichts darüber weiß, erstmal technoid, wirtschaftlich, wissenschaftlich,- nach Managern, Firmen, Anzug und Krawatte, nach Golftournieren, Logik, Tabellen, Diagrammen, englischen Fremdwörtern und ans Mathe-Buch der Schulzeit: karg, farb- und fantasielos. Sicher bin ich die einzige unter 40, sicher bin ich die einzige, ohne „geregelten Job“, sicher bin ich die einzige mit dreckigen Schuhen, Augenringen, nicht vorhandener Frisur, und Schlafentzug.

Die versammelte Gruppe saß schon im Seminarraum des Holzhauses mit den blitzsauberen Fußböden, als ich hastig keuchend die Tür aufriss und Irene Itene mir zulachte,- mein Platz war frei, ich ächzte darauf zu und erkannte: keinen einzigen Anzugträger,- statt Schule-, Mathematik-, Physik-Assoziationen am Büchertisch der Kinderbuch-Klassiker „Wenn die Ziege schwimmen lernt“, alle TeilnehmerInnen in etwa in meinem Alter (das Frauen ja immer streng geheim halten, damit Männer sich nicht einmal raten trauen), inspirierende Schriftzüge an den Wänden, ganz unterschiedliche Gesichter und Kleidungen und niemand, der sich auch nur eine Sekunde lang für so banale Dinge, wie meine Schuhe oder sonst irgendeinen Schnick Schnack interessiert hätte, denn sie und eine Sekunde darauf auch ich, waren schon mitten drin.

Nachdem meine restalkoholisierten Ganglien kein Eigenschaftswort fanden, das so, wie mein Vorname, mit L beginnt, außer lieb, was ja schrecklich ist, kurz darauf ein liebenswert an dessen Stelle trat und später von den anderen durch ein lustig ersetzt wurde, setzte sich ein Teilnehmer mir gegenüber, von dem ich so gar nichts wusste, außer, dass er mich nun aus heiterem Himmel einzuschätzen hatte. Während ich ihm schweigend, ohne irgendeine Körperregung, gegenüber saß, sollte er mich ansehen und folgende Fragen zu meiner Person beantworten: Einzelgänger oder Teamplayer? Welche Hobbys? Was für ein Auto? Ledig oder verheiratet? Alter? Beruf? Wie sich meine Kreativität äußert? Haustier? Eher spontan oder bevorzugt geregelte Abläufe? Urlaubsziele bzw. Urlaubsverhalten? Wohnungseinrichtung?

Dieser Fremde schaute mich an, überlegte laut vor sich hin, während er den Fragebogen ausfüllte und nach der dritten Frage hielt ich mein Gesicht mit beiden Händen verdeckt, um nicht laut loszuschreien, denn what the hell?!

Voodoo? Manipulation?

„Nein, ich denke, Hobbys hast du keine, obwohl, da ist irgendwas mit Natur … Irgendwas in der Natur … Ich denke, bei dir vermischt sich das Berufliche derart mit dem Privaten, dass es keine Trennlinie gibt … Aber Natur, ich weiß nicht. Einzelkämpfer, ja, sicher, Einzelkämpfer. Musik – sehr vielfältig, vielleicht dem Melancholischen zugeneigt, Haustier: keines, obwohl …”, hier rutschte er ins Denken, in die Verstandesebene ab, und zügelte sich selbst, „nein, doch nicht, kein Haustier. Auto: rot. Keine Ahnung welches …“

Kurzum: In beinahe allen Punkten lag er goldrichtig. Hobbys kenne ich nicht, hatte ich nie. Außer, ja, mit dem Hund in die Natur, ja, die Natur ist mein Hobby, neben der künstlichen, künstlerischen Welt, in der ich mich etwas besser auskenne. Und rot war mein erstes Auto, ein roter, rostiger Opel Kadett, der uns tapfer ein ganzes Jahr lang von Kroatien bis nach Köln, von Amsterdam quer durch Österreich gegondelt hatte, bevor er endgültig zusammenbrach. Ein treues Gefährt, an das ich mich oft erinnere. Auch alle anderen Fragen beantwortete der Fremde unbewusst völlig richtig. Sein „Hugo“ (nicht das, was Sie denken) funktionierte einwandfrei.

Nur das Alter hatte er falsch eingeschätzt, er verjüngte mich gleich um sechs Jahre …

ES HÖRT DOCH JEDER NUR, WAS ER VERSTEHT

(Johann Wolfgang von Goethe)

– prangte als Schriftzug auf der Tür und die rasante Intensität der folgenden Stunden, die vielen praktischen Inhalte angewandter Psychologie, die Irene Itene frei und lebendig vorträgt, spontan erfühlend, in welcher Verfassung jeder der TeilnehmerInnen sich momentan befindet, und uns genau darin abholend, waren ganz einfach atemberaubend.

Schnell war nicht nur mein selbstauferlegtes, sachlich-nüchternes Schreibkonzept über den Haufen geworfen worden, sondern auch so manche andere Selbsttäuschung – Konzepte über „gut“ und „böse“ schlitterten an mir vorüber und zersprangen in der Luft, Kreuzschmerzen lösten sich auf und wichen einer Flut von Aha!-Momenten. Und noch was: Es gibt immer drei Wahlmöglichkeiten, nicht eine, nicht zwei sondern drei. Alles andere stimmt ganz einfach nicht, das finde ich extrem beruhigend.

Und noch was: Von den 11 Millionen Bits pro Sekunde an ins Gehirn preschenden Informationen können maximal 28-40 bewusst wahrgenommen werden. Und noch was: Sie kennen sicher diese tollen, eloquenten Personen, die immer Bescheid wissen, sich in jedem Fachgebiet wahnsinnig gut auskennen und Sie gerne festnageln, um Ihnen, Sie Würstchen, zu erklären, was Sie kaufen, was Sie essen oder was Sie generell besser tun sollen. Hier ein kleiner Tipp, wie Sie solche Energieräuber schnell und effizient aus dem Konzept bringen können: Wenn Sie der Person gegenüber sitzen, achten Sie darauf, immer eine andere Körperhaltung einzunehmen, als die andere Person,- das verwirrt sie. Wechseln Sie die Position, ihre Haltung, gezielt und konsequent.

WIR KÖNNEN ÜBERHAUPT NICHT DENKEN, OHNE UNSERE FÜNF SINNE ZU GEBRAUCHEN.

(Albert Einstein)

Sind Sie der visuelle, kinästhetische oder eher auditive Typ? Sehen oder interpretieren Sie Ihr Gegenüber? Nehmen Sie den Raum hinter sich wahr, wenn Sie nach vorne blicken? Wie und wann spiegeln wir einander? Was für ein Gefühl löst das eigene Gesagte beim Anderen aus? Wie kann man mit schwierigen Kindern umgehen? Wie geht man mit eigenen belastenden Gefühlen um? Sind Sie eher assoziiert oder dissoziiert? Sind Sie glücklich, ich meine gerade JETZT? Wie fühlen Sie sich eigentlich, ich meine gerade JETZT?

Sind Sie der visuelle, kinästhetische oder eher auditive Typ? Sehen oder interpretieren Sie Ihr Gegenüber? Nehmen Sie den Raum hinter sich wahr, wenn Sie nach vorne blicken? Wie und wann spiegeln wir einander? Was für ein Gefühl löst das eigene Gesagte beim Anderen aus? Wie kann man mit schwierigen Kindern umgehen? Wie geht man mit eigenen belastenden Gefühlen um? Sind Sie eher assoziiert oder dissoziiert? Sind Sie glücklich, ich meine gerade JETZT? Wie fühlen Sie sich eigentlich, ich meine gerade JETZT?

Nach zwei intensiven Tagen mit Irene Itene kann ich diese Fragen zumindest alle im entsprechenden Moment für mich beantworten, aber vor allem weiß ich, dass ich sie mir immer wieder stellen sollte, denn dass das Innere die äußere Welt gestaltet, ist mir bewusst geworden. Die vielen praktischen Übungen in der Gruppe machten auch physisch deutlich erlebbar, wie relativ jene sogenannte „Wirklichkeit“ ist, und dass Grenzen vor allem im eigenen Denken festgesetzt werden.

Und noch was: Wissen Sie, welche drei Faktoren, in welcher Reihenfolge dazu führen, dass Menschen besser lernen und besser arbeiten?

1.) Interesse am Thema 2.) Spaß! 3.) Beziehung zu einer Person, die man mag, für die man die Arbeit macht, und bei Erfolg, Anerkennung von dieser Person bekommen (laut Prof. DDr. Manfred Spitzer).

Und noch was: Egal, woran Sie arbeiten, legen Sie alle 90 Minuten eine 15-20 Minuten lange Pause ein, das bringt’s. Und noch was: Wenn Sie ins Narrenkastl schauen, kippen Ihre Augen nach innen, man nennt es die DOWN TIME-Phase, in der der Zugang zum Unbewussten noch stärker ist und man intuitiv Gehörtes oder Gesehenes in die Tiefe abspeichern kann.

NUR OBERFLÄCHLICHE MENSCHEN UNTERSCHÄTZEN DAS ÄUßERLICH WAHRNEHMBARE

(Oscar Wilde)

„Wie viele Situationen müssen noch passieren, dass ich’s mir glaub?“ Dass ich’s mir glaub, dass ich das und das nicht kann, dass ich dieses und jenes nicht zu erwarten habe, dass ich das bin, wovon ich von klein auf gehört habe, dass ich’s bin? Man möchte sich immer die Richtigkeit eigener Glaubenssätze beweisen, indem man unbewusst den Fortgang der Ereignisse subtil in die entsprechend positive oder negative Richtung vorantreibt, bloß um fortlaufend das eigene poröse Ego-Fundament zu kitten.

Ein kleiner Ausflug mit Irene Itene ins Unbewusste (liebevoll auch „Hugo“ genannt), meines in diesem Fall, veranschaulichte deutlich, dass alles im Körper gespeichert ist, alle Eindrücke, alle Erfahrungen. Wenn es sich nun so verhält, dann kann man auch über diese körperlich gespeicherten „Wahrheiten“ an den Kern mentaler Glaubenssätze vorstoßen und sie verändern. Man beginnt zu begreifen, dass es dieser Hugo ist, der das Fahrzeug lenkt und nicht die vordergründige Intelligenz, mit der wir Sudokus lösen. Ich erblickte diese Spitze des Eisbergs und Hugo reagierte blitzschnell mit Gänsehaut auf meinem Unterarm.

NLP ist nichts anderes als Bewusstmachung dessen, was tatsächlich in der Interaktion zwischen Menschen passiert, die Wertung oder Handhabung jener Erkenntnisse liegt am Einzelnen. Es hat wirklich nichts zu tun mit Mathe-Büchern aus der Schulzeit … Mist, jetzt muss ich mich schon wieder von einem lieb gewonnenen Vorurteil verabschieden. Blöd aber auch. Vielleicht entdecke ich wenigstens noch den Anschein gefährlicher Massen-Suggestion oder Gehirnwäsche beim nächsten Seminar.

Fremdsteuerung aufgeben und sich selbst (neu) programmieren, wer will das nicht?

USE IT OR LOOSE IT

– bleibt am Ende des ersten gewaltigen Bausteins als stabiles Fundament nicht irgendwo im virtuellen Raum hängen, sondern greifbar im Hier und Jetzt.

– bleibt am Ende des ersten gewaltigen Bausteins als stabiles Fundament nicht irgendwo im virtuellen Raum hängen, sondern greifbar im Hier und Jetzt.

Ausgeschlafen und klar im Kopf freue ich mich aufs Studium des Skriptums. Zwei inspirierende Tage voller Ein- und Ausblicke auf ein authentisches Leben, ohne Kampf und Täuschungsstrategien, ließen mich bei der Abfahrt nicht mehr den ersten Gang einlegen, denn schon längst hatten wir eine Fahrgemeinschaft gegründet und ich durfte in angenehmer Runde mit spannenden Gesprächen in jener UP TIME-Phase das Brainstorming beim Nachhause Weg weiterführen und angekommen im smogigen Graz ließ es sich auf einmal viel tiefer durchatmen als zuvor. Voll von Ideen starrte ich auf meine orange NLP-Mappe, die sich ebenso wie ich ganz sicher war: Das hier ist sinnvoll. Es ist ein Ort am Rande der Welt mitten im eigenen Kern und existiert wirklich. Ja, es ist real. Und noch was: Wissen Sie, warum Glastische eigentlich so verschrien sind? Ich nicht. Und noch was, was die Sache vielleicht recht griffig erklärt: „NLP ist Wirklichkeit statt Wahrheit“, also nicht die Meinung/These einzelner, sondern eine Sammlung von beobachteten Mechanismen. Und noch was: Am besten gefiel mir die Übung HELLSEHEN – Kalibrieren von Physiologien. Aber mehr dazu beim nächsten Mal …

Baustein 2 – Jagawirt Reinischkogel April 2013

Es war an einem verregneten, spätherbstlichen Freitag Nachmittag im Mai, als der zweite Baustein des NLP-Practitioner Seminars startete und zwar wieder an einem exotischen Ort am Reinischkogel, namens: JAGAWIRT. Wer kann, darf, aber nicht muss, sollte dort unbedingt einmal hingondeln, denn dort hirschen nicht bloß elegante Schweine, so wie Gott sie schuf, auf idyllischen Bergwiesen ihren adretten Ferkeln hinterher, sondern auch die Gedanken und Stimmungen des Alltags lernen laufen, mitunter sogar fliegen.

Bibbernd vor Regen und Kälte betrat ich den heimeligen zum Seminarraum umgebauten Stadel voller Erwartung auf das kommende Abenteuer, denn ich wusste bereits: Jedes Treffen mit Irene Itene ist ein Abenteuer, man – ja! da haben wir ihn wieder diesen man – wird jedes Mal überrascht und eingerostete Ganglien, samt „Hugo“ und Konsorten kommen wieder in Schuss. Wellness fürs Gehirn? Na, ja. Diesmal eher beinhartes Ausdauertraining. Wir konfrontierten uns nämlich mit einem der schwierigsten Inhalte der Ausbildung, dem Meta-Modell der Sprache. Sie wissen nicht, was das ist? Warum wissen Sie das nicht? Das weiß doch jeder. Warum lesen Sie das hier überhaupt? Warum tun Sie, was Sie tun? Genau! Das fühlt sich gar nicht gut an,- es lässt einen im Schlamm Steckenden mit einem Schlag untergehen. Warum?-Fragen führen dazu, dass das Gespräch rasch am Ende des Konstruktiven ankommt. Die exzessiv gestellte Lieblingsfrage jedes Kleinkindes führt später im direkten, zwischenmenschlichen Austausch dazu, dass sich der Erzählende unter Druck gesetzt fühlt und meint, eigentlich ein Abstract seiner Lage parat haben zu müssen,  doch müssen tut man gar nichts, außer einmal im Leben zum JAGAWIRT zu fahren.

Ich würde Sie nicht aufs Korn nehmen, selbst wenn mir Schnaps schmecken würde,- falls Sie immer noch weiterlesen, sind Sie tapfer und haben sich die Aufklärung verdient, was das alles hier eigentlich soll: Das Meta-Modell der Sprache ist eine verzwickte Angelegenheit auf den ersten Blick, auf den zweiten ganz logisch und auf den dritten wieder unheimlich komplex. Es erklärt uns, wie wir Inhalte aus dem Gesagten ausfiltern, und was am Ende im Gegenüber und bei uns selbst hängen bleibt und aus welchem Grund. Es zeigt uns unter anderem, wie wir zielsicher richtig sprechen können und trotzdem falsch verstanden werden, ganz einfach weil es unkonkrete Worte gibt, die bei jedem andere Assoziationen hervorrufen, oder Generalisierungen nicht hinterfragt werden, oder Verzerrungen vorliegen, oder etwas Wesentliches getilgt wurde,- das Meta-Modell der Sprache ist groß. Es ist ein Leitfaden zum Entschlüsseln sprachlicher Miss- und Verständnisse. Darüber hinaus erklärt es, welche Fragestellungen zu einem offenen = konstruktiven Gespräch führen und welche Mechanismen mit ziemlicher Sicherheit Konflikte auslösen.

WER SIE NICHT KENNTE, DIE ELEMENTE, DER WÄRE KEIN MEISTER ÜBER DIE GEISTER.

(Johann Wolfgang von Goethe)

– stand auf einem aufgeklebten Schriftzug an der Wand und ganz ehrlich: Wer ernsthaft versucht, diese Flut an Informationen, berührenden Erkenntnis-Momenten und Übungen in ein paar läppischen Zeilen zusammenzufassen, ist ein DaA (Dümmster anzunehmender Autor), von dem ich überzeugt bin, dass es ihn genauso gibt, wie den DaZ (Dümmster anzunehmender Zuschauer), von dem Martin Kollegger, Leiter des Improvisations-Theaters Stockwerk und seine Kollegen bei jeder Aufführung ausgehen „müssen“. Dieser inspirierende Theatermacher führte uns später an einem ganzen strahlenden Vormittag (an dem man fast hätte glauben können, es sei Frühling) in die schillernde Welt der nonverbalen Bühnen-Improvisation ein, wo es vor allem darum geht, flexibel zu bleiben, seiner Phantasie freien Lauf zu lassen, Kind zu sein und gleichzeitig auf die anderen zu achten und gegebenenfalls in Sekunden ein zuvor liebevoll ausgeklügeltes Konzept über Board zu werfen, um sich ganz dem unbekannten Neuen hinzugeben. Diese Leute machen nämlich eines: Sie wissen überhaupt nichts, bevor sie die Bühne betreten – das gesamte Stück entsteht erst auf den Brettern, die tatsächlich auch die Welt bedeutenOhne jegliche Requisiten werden Räume und Geschichten während dem Spiel inszeniert. So sollten beispielsweise bei einer Übung alle nach vorne gehen, die meinten, das pantomimisch dargestellte Bild eines Teilnehmers erkannt zu haben, und sich sofort in jenem virtuellen Raum installieren, was zu skurrilen Effekten führt, wenn zum Beispiel einer in der Luft Bier zapft und sich sofort drei junge Männer an den nicht vorhandenen Tresen werfen, die Ellbögen im Nichts abstützen und sich nach dem edlen Hopfen-Tropfen strecken.

Drei klare Grundinformationen benötigt ein Schauspieler, bevor er uns etwas plausibel darstellen kann, zusammengefasst in: WER, WO, WAS. Auch in schwierigen Gesprächen ist es essentiell, zu wissen, wo man steht, was man vertritt und vor allem wer man ist.

Und noch was: Dieser man,- besser radieren Sie ihn, so wie ich es ab jetzt tue, aus Ihrem Sprachgebrauch. Er ist nämlich eine psychologische Krücke, die Sie unvermeintlich vom Erzählten wegrückt, Sie in Distanz zum Geschehen setzt, eine Allgemeingültigkeit (Generalisierung) postulierend.

DIE ZEIT, SO WIR DEN AUGENBLICK NICHT NUTZEN, IST EIN DIEB, DER KOSTBARES RAUBT, DAS HEUTE!

(Autor unbekannt)

 

Und noch was, um Sie restlos zu verwirren: HilflosigkeitNichtwissen und Verwirrung sind kostbare Ressourcen!

Sie helfen uns dabei, SelbsthilfeWissen und Klarheit zu erlangen.

Je mehr Wissen dieses hilfreiche, intensive Seminar vermittelt, desto klarer wird, wie vielfältig und fein wir Botschaften senden und empfangen und wie wir getrieben von Mustern (die wir uns unwissentlich zurecht gelegt haben) mit uns selbst und den anderen umgehen. Und noch was: Eine weitere Tatsache ist nicht ganz ohne, dass nämlich in etwa 55% des Inhalts eines Gesprächs über die Körpersprache vermittelt wird, 38% des Inhalts in der Stimme selbst liegen und nur 7% den eigentlichen Inhalt, die verwendeten Worte, ausmacht. Die Übung HELLSEHEN – Kalibrieren von Physiologien (Baustein 1) bewies eindeutig, wie viel wir unbewusst allein durch Beobachtung unseres Gegenübers über seinen Gefühlszustand, den Wirklichkeitsgehalt seiner Aussage bis zum konkreten Inhalt, woran jemand denkt, richtig verstehen. Und noch was: Self fulfilling prophecies. Je mehr wir über die Kräfte, die zwischen uns wirken, erfahren, desto prägnanter fällt uns auf, wie sehr wir die sogenannte „Wirklichkeit“ verformen, je nachdem, was wir uns selbst als „Wahrheiten“ zurecht gelegt haben. Sich selbst erfüllende Prophezeiungen sind kein Gerücht, sondern beeinflussen die Realität maßgeblich. Sind Sie davon überzeugt, dass es wieder schiefgehen wird, verhalten Sie sich unbewusst so, dass es unweigerlich schiefgeht,- doch was für Möglichkeiten warten auf uns da draußen, wenn wir überzeugt sind, dass es klappen wird?

Mehr dazu beim nächsten Mal.

AUS DER KNOPSE DER VERWIRRUNG HEBT SICH DIE BLÜTE DER VERWUNDERUNG.

(Sprichwort aus dem Sufismus)

 

Baustein 3 – Jagawirt Reinischkogel Mai 2013

WOHIN DU AUCH GEHST, GEHE MIT DEINEM GANZEN HERZEN.

(Konfuzius)

Wieder JAGAWIRT, wieder Irene Itene, eine um zwei sehr interessante Charaktere erweiterte Gruppe wissensdurstiger Teilnehmer und Baustein 3 mit dem Titel:

NEULAND IN SICHT – ZIELE

Ja, jetzt geht es ans Eingemachte. Nun gilt es, sich endgültig von Ausreden und lieb gewonnenen Opfer- oder Täterrollen zu verabschieden, sich von Fremdbestimmungen zu lösen und den unangenehmen Tatsachen ins Auge zu sehen: Fettpölsterchen, Stress, mickriges Zeitmanagement, verschleißte Talente, versandete Leidenschaften und was uns sonst noch so alles der innere Schweinehund (nicht zu verwechseln mit „Hugo“!) eingebrockt hat, dürfen wir jetzt auslöffeln, na bravo.

Bis hier hin blieb vieles zwar eindrücklich und inspirierend, aber ein Schlupfloch für ein Leben mit Ausreden war immer noch greifbar.

Baustein 3 diente somit dem Zweck, sich den Herausforderungen der Gegenwart zu stellen, je nachdem, was gerade wirklich brenzlig ist. Individuell höchst verschieden.

Von Freitag bis Sonntag erarbeiteten wir mit einer Fülle von praktischen Übungen, neuem Backgroundwissen und Konzentration auf unseren mittlerweile äußerst aktiven „Hugo“ den Weg zu einem dringlichen, persönlichen Ziel. Dem Kern eines innigen Wunsches entsprechend sind diese Ziele nichts oberflächliches, sondern tief verwurzelte Sehnsüchte der Seele.

Das kann zum Beispiel sein, Selbstbewusstsein zu entwickeln, ausreichend Zeit mit der Familie zu verbringen, den eigenen verschlodderten Körper auf Vordermann zu bringen, den „Traum“ eines speziellen Berufsbildes zu verwirklichen, eine neue Existenz in einem fernen Land zu gründen oder einfach, mit allen Sinnen hier und jetzt zu leben.

WER SCHNELL VORANKOMMEN WILL, MUSS ALLEINE GEHEN. WER WEIT KOMMEN WILL, MUSS MIT ANDEREN GEMEINSAM GEHEN.

(Afrikanisches Sprichwort)

Freitag lernten wir eine junge, tatkräftige Frau kennen. Sie und ihr Freund waren vor kurzem aus Thailand, wo sie einander bei ihrer gemeinsamen großen Leidenschaft, dem Klettern, kennen und lieben gelernt hatten, im österreichischen Frühsommer-Monsun angekommen. Nach diesem nasskalten Zwischenaufenthalt im Alpenland werden sie demnächst weiter nach China ziehen, um als Guides für einige Monate Touristengruppen durch die Wildnis zu führen, und dann wollen sie mit der erscheffelten Kohle irgendwo in Thailand ein kleines eigenes Domizil gründen. Mit glühenden Augen, roten Backen und beiden Beinen fest auf dem Boden bzw. Fingern im Fels natürlich. Er, ein Thai aus einfachsten Verhältnissen, hat alles hinter sich gelassen, um ein neues Leben zu beginnen. Sie, Grazerin Anfang zwanzig, lässt ebenso „alles“ hinter sich. Doch, was genau ist denn dieses „Alles“ eigentlich?

Tante Antonia hat vielleicht „alles“ verloren, denn nach Jahrzehnten in geselligem Leben, mitten in Leibnitz im großen alten, prunkvollen Haus, das sie von Kopf bis Fuß liebte und vice versa, mit all den Bekannten, Kollegen, Verwandten und Freunden und ausgelassenen Gesellschaften, sitzt sie jetzt, nachdem alle gestorben sind, allein in einer kleinen Mietwohnung am Rande jener Kleinstadt, wo nicht nur Thomas Muster, sondern auch Adolf Hitler als Ehrenbürger bis heute willkommen sind. Doch das seltsame ist, Antonia ist keine Sekunde sentimental. Sie lacht noch immer genauso herzhaft laut und kocht 5 Gänge-Menüs mit ihren 85 Jahren am Buckel, wenn man sie besuchen kommt. Oder ist es der reiche Onkel Franz, der nicht verwandt ist, aber trotzdem Onkel genannt wird, der „alles“ verloren hat? Von Kindheit an hatte er immer nur hart gearbeitet und nun, ebenfalls um die 80 Jahre alt, sitzt er allein in seiner dauerverdunkelten, weil straßenseitigen, 30qm Wohnung, in einem der Häuser, die ihm gehören mitten in Graz, aber nicht mehr in seiner spanischen Villa, wo er jeden Tag frühmorgens im Meer schwamm und pure Lebensfreude ihn durchströmte? Keine Spur von den Frauen, die er liebte, von den Firmen, die er führte und all den geschäftlichen Verpflichtungen und Verbundenheiten. Doch ist er alle, wie man in Berlin so sagt? Keineswegs.  Aber was ist mit den unzähligen viel zu jungen Drogenopfern, buddhistischen Mönchen, Straßen- und Waisenkindern oder Überlebenden von Hurricane Kathrina? Sie haben „alles“ verloren, aber sind sie denn alle?

Verzeihen Sie die Überleitung, aber hier geht gerade der Sturm,- ich bin nämlich soeben auf der Insel Pag in Kroatien, einem anderen Zeit-Raum-Kontinuum, und lasse versehentlich gerade auch „alles“ hinter mir, denn es liegt nur eine einzige Wand zwischen meiner Haut und dem Meer und das brausende Getöse des Sturmes fegt soeben fremde Ansichten über „richtig“ und „falsch“ übers Velebit-Gebirge in meinem Rücken. An einem Tag bin ich von 34°C zu 13 °C zu wieder 29°C gereist und hier klettern die Schafe auf zwei Meter hohe Steinmauern, ohne wenn und aber. Die Möwen lachen uns aus und das Blau des Meeres umzingelt gnadenlos die herrliche Insel Dolfin, die nicht umsonst ihren Namen trägt. Die Schlange am Nachbarszaun hatte heute Nachmittag mehr Angst als ich, hier in Lun, zwischen Jahrhunderte alten Olivenbäumen mitten in Europa, am Ende der Galaxis. Als die Kuh an den Tisch trat und höflich fragte, welchen Teil die Restaurantgäste von ihr verspeisen wollen,- sie könne die Schenkel wärmstens empfehlen, saß ich gar nicht so weit weg. Douglas Adams wusste es genau: Hungern ist nicht lustig. Geschlachtet werden auch nicht.

Aber diese seltsame Angst, neu anzufangen, dieses „Alles“ abzulegen, hat seinen Platz ganz woanders als das reale Fressen und gefressen werden.

ES SIND NICHT DIE DINGE, DIE UNS BEUNRUHIGEN, SONDERN DIE BEUDEUTUNG, DIE WIR IHNEN GEBEN.

Wie die Bora fegt dieses Pärchen über die auf „Sicherheit“ bedachten steirischen Verwandten und Bekannten der jungen Frau, welche selbst ihrer Mutter die Hölle heiß machen, denn was los?! – Warum denn bitte NIX GSCHEITS lernen und vor-leben und damit zwangsläufig auch sein im 7.reichsten Land der Erde? (Oder sind wir schon tiefer gerutscht? Huch!)

GSCHEIT wäre ein „sicherer“ Job, GSCHEIT wäre eine Familie gründen, GSCHEIT wäre Trauschein, Führerschein und monatlicher Gehaltsschein. Schein-bare Sicherheit eben. Aber wie sehr diese Scheine mitunter trügen wissen wiederum die daran verdienenden Rechtsanwälte, Pannendienste und Ärzte  am besten.

Nun ja, für mich als gestrandete Nebelkrähe, lieber am Pager Ozean als am Packer Stausee, ist den Erzählungen und der Lebensphilosophie des jungen Paares zu folgen kein großer Auftrag. Aber für die gesamte Gruppe  stellten die beiden eine sprudelnde Inspirationsquelle dar, denn es folgte ein intensiver Dialog darüber, wie es ist, sich in einem System zu befinden und jene „gewissen Regeln“ einzuhalten im vorauseilenden Gehorsam. Diese ungeschriebenen Gesetze von „richtig“ und „falsch“ zu befolgen, gerade wenn es gilt, eine Familie zu ernähren, gerade wenn es gilt, Verantwortung zu übernehmen, gerade dann, wenn das Scheinbare am Sichersten wirkt.

Von Respekt und gegenseitiger Anerkennung getragen verstrichen die Stunden wie im Flug an diesem Freitag vor jenem denkwürdigen Moment, an dem uns unser Unterbewusstsein, jeden für sich, zum eigenen innigsten Wunsch gebracht hat. Während später jeder Teilnehmer des Seminars allein durch die weiten Wiesen und Wälder des Reinischkogels strich, fand er gedankenverloren ein Symbol für das, was es gilt, nun zu verfolgen, das Ziel, jenes ganz Persönliche, das beispielsweise in meinem Fall ein leuchtend violettes, sehr zerbrechliches, vielseitiges Stück Natur ist, das auf einer knallgrünen Wiese lag und mich magisch anzog, mir mitteilend: „Ich drücke in meiner Gestalt alles aus, was du auf deinem Weg brauchst.“

Tage voller Magie, die auch im Nachhinein nichts an Strahlkraft eingebüßt hat.

Erstaunliche, sehr intime und intensive Erfahrungen pflasterten die folgenden Schritte eines neuen Weges und bei einem Teilnehmer nahm ich fast schon erschreckend deutlich wahr, was Irene einmal gemeint hatte, als sie am Anfang der Ausbildung so nebenbei erwähnte, gern Fotos von jedem Teilnehmer zu Beginn und am Ende des Seminars machen zu wollen, denn ja,- sein Gesichtsaudruck, die Körperhaltung, sein Auftreten,- „alles“ hatte zum ersten Mal Form angenommen – einen eigenen unverwechselbaren, authentischen Ausdruck. Ich glaube es ist ganz simpel, er hat erkannt, wer er ist und dass es genau so richtig und einzigartig ist, zu sein, denn niemand anderer, kein einziges Lebewesen auf diesem Planeten, keine einzige Kuh im Restaurant am Ende der Galaxis, wird jemals so sein, wie er. Die Form hatte einen ersten Einblick in den Inhalt und sich bereits beim ersten Anblick schlagartig verändert.

WO EIN BEGEISTERTER STEHT, IST DER GIPFEL DER WELT.

Diese fettgedruckten Zitate – sie alle stammen übrigens aus dem reichhaltigen Fundus von Irene Itene und fanden sich unaufdringlich am Büchertisch, auf Flipcharts oder Ausdrucken auf der Wand. Sie begleiten uns jedes Mal in unendlicher Zahl beim Seminar nachhaltig wie gute Geister oder zornvolle Buddhaaspekte, die neben dem Geschehen stehen und darauf achten, dass die Konzentration im inneren Kreis nicht gestört wird. It may sound esoterical, but it’s only the useful process of finding solutions in everyday life. 

Abschließend ein paar kleine Tipps,- ein winziger Splitter des Gelernten, das wir dann bei unserem NLP Master auf wundervolle Weise vertiefen konnten, für Sie da draußen hinter meinem Ereignishorizont, weit weg vom Sturm oder vielleicht mitten drin:

– Wünschen, aber richtig:

Wünsche positiv formulieren, keine Verneinungen und Nominalisierungen verwenden, sondern klare einfache Aussagen in Ich-Form und mit dem entsprechenden Verb festmachen und sich deutlich einprägen.

(Ja, wir haben eine Naturgewalt in uns, die klare Ansagen mag.)

– Meta-Programm:

Das Meta-Programm ermöglicht Ihnen anhand eines umfangreichen Tests, die Ausprägung Ihrer entscheidenden Verhaltensmerkmale zu erkennen und in Folge auch an Ihren Mitmenschen maßgebliche Eigenschaften und die dazugehörigen Bedürfnisse zu erkennen und damit konstruktiv umzugehen.

(Ja, wir sind von anderen, gleichwertigen Sternen.)

– advanced VAKOG:

Stellen Sie sich Ihr Ziel mit allen Sinnen vor, finden Sie Bilder, Töne, Empfindungen, Gerüche und einen Geschmack dafür, wie sich das erreichte Ziel von allen Seiten her anfühlt und holen Sie sich diese Eindrücke immer wieder ins Bewusstsein. Machen Sie sie lebendig.

(Ja, wir sind Gott.)

– Ankern:

Speichern Sie positive Gefühle, indem Sie sich an mehrere Situationen in Ihrem Leben erinnern, in denen Sie das gewünschte Gefühl verspürt haben. Wählen Sie die intensivste Erinnerung aus und begeben Sie sich ganz in sie hinein. Am Höhepunkt berühren Sie eine Stelle an Ihrem Körper, z.B. Ohrläppchen oder Handgelenk, die Sie auch in Stresssituationen unauffällig drücken können. Sie können dieses Gefühl somit bei erfolgreicher Ankerung abrufen wann immer Sie es brauchen, indem Sie die Stelle wie einen Schalter betätigen.

(Ja, wir sind Maschinen.)

Baustein 4 – Jagawirt Reinischkogel Juni 2013

Neudeutsch

Das Wort Neudeutsch ist nicht mit dem gleichnamigen Grünkohl zu verwechseln, obgleich ja beide aus einer Zusammenziehung eines Adjektivs und eines Substantivs zu neuem Hauptwort und Begriff entstanden sind. Dieses  Neudeutsch ist etwas ganz Furchtbares.

Peter Panter (1918)

Die Macht der Sprache – wie fett. Wenn ein Pflanzschulwochenende diese Fahne vor sich her schwenkt, gehe ich sofort in Deckung und brülle die Warnung in Richtung der anderen Gegenwartssoldaten im deutsch-österreichischen Schützengraben 2013: „Habt Acht! Kommunikationswissenschaftliches Allerlei für Alltag und Konsorten im Worthülsenbataillon auf 12 Uhr!“

Sprache als Narkotikum.  Und Tucholsky wusste es genau: Sprache ist eine Waffe.

Das sagt heute Wikipedia:

Von den Begründern des Neurolinguistischen Programmierens (NLP), Richard Bandler und John Grinder, wurden die sprachlichen Muster des amerikanischen Psychiaters und Hypnotherapeuten Milton Erickson in seinen Therapieprotokollen gesammelt und analysiert. Im danach benannten Milton-Modell will man Personen durch ungenaue und „kunstvoll vage“ Sprachmuster in Zustände führen, die letztlich das Unbewusste für hypnotherapeutische Wirkungen öffnen.

Bei jemandem wie mir, dauerskeptisch und rational-naiv, regt sich ja bereits zart-brutaler Überzeugungs-Zweifel bei dem Wort Seminar (lat. seminarium, „Pflanzschule“), wie ich mich dann erst bei chirurgisch exakten Eingriffen intelligenter Waffen, Geiz ist geil oder Familien-Kompetenz-Zentrum fühle, kann man sich vielleicht auch nicht vorstellen, denn jenes Unkraut, welchem Peter Panter noch mit der Machete entgegen trat, wucherte nicht nur beinahe schon hundert Jahre ungehindert dahin, gehegt und gepflegt von Diktaturen und ihren Propagandamaschinen, liebevoll hochgezüchtet von Werbung, Kirchen und Medien, sondern nahm nun im Turbokapitalismus jene monströse Form an, dass der Sprechende selbst nicht mehr weiß, was er sagt.

Wenn wir miteinander reden, ohne zu wissen, worüber wir wirklich sprechen, was wir meinen und was für Taten auf die Worte folgen werden, verstehen wir uns am besten, denn jeder bleibt in seiner eigenen Vorstellungswelt, ohne unangenehme Lern- oder Tateffekte. Alice im Wunderland.

Schlüge Tucholsky heute die Zeitung, egal welche, auf, schiede er wahrscheinlich erneut freiwillig aus dem Leben. Keine oder einander widersprechende Fakten (Tilgung von Informationen). Keine klaren Beschreibungen (unspezifische Verben). Nominalisierungen, dass der Sau graust (fehlender Bezugsindex)

und das sagt Wikipedia auch noch:

Das Milton-Modell beschreibt, wie sprachlich Verallgemeinerungen, Tilgungen und Verzerrungen so eingesetzt werden können, dass man assoziativ aus seiner Erfahrungswelt eine Bedeutung hinzufügt.

Eine vage Ahnung von vereinzeltem Herdentier zu vereinzeltem Herdentier hin garantiert gesteigertes Konsumverhalten, angepassten (passiven) Umgang mit der Umwelt und die Tendenz zu psychosomatischen Krankheiten. Das sag ich jetzt mal einfach so.

Konjugation in deutscher Sprache

Ich persönlich liebe
du liebst irgendwie
er betätigt sich sexuell
wir sind erotisch eingestellt
ihr liebt mit am besten
sie leiten die Abteilung: Liebe

Kaspar Hauser (1928)

Ein ideales Biotop für den Markt, der auf der Suche nach Lücken gerne selber neue Löcher reißt, mitunter in Nerven- oder Seelenkostüme vereinzelter Herdentiere vorm Bildschirm. Wir wurden und werden eingeschrieben in die vage Dunstglocke einer Empfindung, die dem Kauf einer Sache vorausgeht.

Erkenntnisse wie jene des Milton-Sprachmodells benutzen die, die uns benutzen.

Schon seit Langem

und das sagt Wikipedia außerdem:

Während es bei der Neurolinguistischen Programmierung darum geht, Sprachmuster des Milton-Modells zu kennen und bei anderen zu erkennen, geht es bei der Hypnotherapie nach Milton Erickson darum, diese Sprachmuster gezielt einzusetzen, um eine Trance einzuleiten oder in Trance eigene Ressourcen zur Problemlösung zu finden.

Super-plus-gutes Wochenende. Jetzt geht es ums ent-hypnotisieren. Nun weiß ich, dass nicht ich es bin, die diese Schein-Sprache in unzähligen schwammigen Artikeln und Nachrichtenblöcken nicht versteht, sondern dass es einfach nichts mehr daran zu verstehen gibt.

Das erklärt so einiges. Endlich verstehe ich. Doppelplusguter Eye-Opener.

Dank Irene Itene, die tatsächlich in diesem Sinne Aufklärungsarbeit betreibt, halte ich nun jenes Strickmuster, das in Form von Werbung, Politikerreden, Werbung und nochmal Werbung oder als Spielfilm oder Popmusik getarnte Werbung bereits seit mehr als 30 Jahren unser Denken gezielter denn je, nämlich mithilfe des Milton-Modells, weichspült, kann es betrachten, drehen, wenden und zumindest identifizieren, wenn es sich wieder aus einem entlegenen Winkel in mich einschleicht. Das Werkzeug selbst trägt keine Schuld. Die Mauer weiß nix von dem Todesstreifen hinter ihr.

Ignaz Wrobel (1928)

Daher all die Ausreden: „Sehen Sie, ich bin ja menschlich durchaus Ihrer Ansicht“ – daher die im tiefsten feige Verantwortungslosigkeit aller derer, die sich hinter ein Ressort verkriechen. Denn wer einem schlechten System dient, kann sich nicht in gewissen heiklen Situationen damit herausreden, dass er ja „eigentlich“ und „menschlich“ nicht mitspiele … Dient er? Dann trägt er einen Teil der Verantwortung.

Baustein 5 – Jagawirt Reinischkogel Juli 2013

Wovor du wegläufst und wonach du dich sehnst, beides ist in dir.

Antonio Mariade Fontes Pereia de Melo

Ich mag die Zitate aus dem reichen Fundus von Irene Itene sehr, muss ich gestehen.

Sie erinnern mich an meinen höchsten Wert: Horizonterweiterung=Freiheit, den ich erst hier, in Baustein 5, bewusst wiederentdeckt habe. Wie konnte ich das bloß vergessen und so handeln, als ob anderes wichtiger wäre, nur weil es für andere wichtiger ist? „Wertekonflikte sind Ursache der Selbstsabotage”, lese ich soeben im Skript nach und mag Sie gleich an dieser Stelle fragen: „Was sind denn Ihre Werte? Können Sie z.B. die sechs wichtigsten Werte in Ihrem Leben aufzählen und in eine Reihenfolge bringen? Natürlich können Sie, aber sind sie Ihnen auch bewusst?”

Für manche stellt die Familie einen hohen Wert dar, für andere ist es „Harmonie”, für wieder andere kann es „Sicherheit” sein – die Liste ist gefühlt unendlich.

Was diesmal am Reinischkogel passierte war, dass wir in aller Ruhe unsere eigenen Werte (wieder-)fanden, aufschrieben, erspürten und uns mit ihnen in Verbindung setzten. Das fühlt sich an, wie zu Hause anzukommen nach einer langen Reise, den Koffer abzustellen und sich mit einem Seufzer der Erleichterung auf die Couch zu wuchten.

Die zuvor kurz umrissene Übung, „Hierarchie der Werte” ist vielleicht auch für Sie interessant. So entdecken Sie Ihre wesentlichen Kernwerte und erkennen, ob Sie diese Werte auch ausleben, zu ihnen stehen und sich damit im Einklang befinden. Wenn nicht, gibt es Einiges zu reparieren, was sich auf jeden Fall auszahlt. Leben Sie z.B. den Wert „Ordnung”, empfinden allerdings in sich einen viel stärkeren Bezug zum Wert „Spielen” (im Sinne von „Lebensfreude“), der sich dem Streben nach Ordnung zu widersetzen scheint, berauben Sie sich selbst unter Umständen Ihrer Energie. Es kann sein, dass Ihr Umfeld völlig andere Werte lebt, als jene, die Sie selbst als wichtig empfinden, und Sie sich ohne es zu bemerken, angepasst haben.

In der Trance-Übung mit dem sportlichen Namen VISUAL SQUASH kann man einander widerstrebende Tendenzen, die innerlich zu einem Konflikt führen, miteinander aussöhnen. Man nennt es ein „Verhandlungs-Reframing“. Reframing? Herrgottsakra! Ich vergaß, das REFRAMING zu beschreiben …. Das gibt’s ja nicht, das ist ja … Ich bitte untertänigst um – bitte steinigen Sie mich nicht. Reframing vergessen… Das kann doch nicht… Wie konnte das?! Gut, hab mich wieder gefangen. Das hole ich sofort nach, also REFRAMING ist so ziemlich eins der lässigsten Dinge, die ich je gelernt habe, und hätte nicht nur Salvadore Dali außerordentlich gut gefallen, sondern jedem, der zufällig mal von einem steirischen Wald-Psychopathen aus heiterem Himmel mit der Schneeschaufel attackiert wurde oder sonst irgendwelche unangenehmen Erinnerungen hat, wie z.B. die ersten Blähungen im Säuglingsalter, verletzende erste Küsse aufgrund defekter Zahnspangen, sich Übergeben bei der eigenen Trauung, den Partner zu Weihnachten mit dem falschen Vornamen ansprechen (danke, Josef Hader) oder was immer Ihnen da hoffentlich nicht schlimmer in den Sinn kommen mag.

Sie können ALLES in einen anderen, neuen Rahmen setzen und damit unangenehmen Erinnerungen oder auch Mustern ihre Kraft nehmen und es macht auch noch Spaß.

Reframing bedeutet, etwas in einen neuen Rahmen zu setzen und dadurch seine Bedeutung zu verändern.

Es gibt beispielsweise das „Kontext-Reframing“ und das „Inhalts-Reframing“. Ersteres arbeitet damit, dass ein jeweiliges Verhalten oder eine Eigenschaft als negativ empfunden wird, aber in einem gewissen Kontext schon Sinn macht. Sagen wir, Sie denken sich: „Ich bin immer zu vorsichtig.“ Dann würden Sie sich selbst mithilfe des Kontext-Reframings die Gegenfrage stellen: „Glaubst du nicht, dass es in gewissen Situationen sehr hilfreich ist, vorsichtig zu sein? Beispielsweise wenn du jemanden küssen willst, dem Drähte einer defekten Zahnspange aus dem Mund herausragen?”

Oder beim Inhalts-Reframing: „Immer, wenn ich abends lang feiere, muss ich am nächsten Morgen früh aufstehen.“ (danke, W. für dieses schöne Beispiel von dessen Richtigkeit auch ich mich überzeugen konnte) Dann würden Sie sich im Selbst-Coaching antworten: „Kann das nicht auch bedeuten, dass du ein ausgefülltes Leben führst, in dem du Freunde hast, mit denen du feiern kannst und einen Beruf ausübst, der dir wichtig ist?“ Weiters gibt’s aber auch noch eine Sache zum Reframen, die v.a. für Künstler sehr praktisch ist.

Sagen wir, Sie haben eine unangenehme Erinnerung als Bild oder Szene abgespeichert. Nun holen Sie sich das Bild oder die Szene hervor und verändern das visuell abgespeicherte Ereignis in Ihrer Vorstellung. Sie können es behandeln, wie der Cutter beim Film mithilfe der sogenannten Submodalitäten: Machen Sie aus 3D z.B. mal ein 2-dimensionales Bild und spüren Sie, wie sich das anfühlt. Drehen Sie die Farbe raus und machen Sie es Schwarz-Weiß oder heben Sie die Sättigung so stark an, dass Andy Warhol vor Freude im Grab rotiert. Sie können einen Rahmen rundherum setzen, Personen oder Gegenstände schrumpfen oder wachsen lassen, die Position im Raum ändern, ihre Blickrichtung ändern,- was immer Ihnen beliebt.

Das wären fürs erste ein paar visuelle Submodalitäten, dasselbe gilt aber auch für auditive und kinästhetische Faktoren. Aus jemandem, der Sie beschimpft hat, können Sie einen Gartenzwerg mit Piepsstimme machen – Ihrer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Und wenn Sie sich so spielen mit Ihrer Vorstellungskraft, ganz in Ruhe, ohne Ablenkung von außen, am besten mit geschlossenen Augen, bemerken Sie vielleicht auf einmal, wie das Unangenehme plötzlich seine Kraft verliert und auch ihre Körperanspannung loslässt.

Wichtig ist nur zu Beginn nicht gleich mit besonders schlimmen Erinnerungen zu beginnen, sondern das Ganze zu trainieren, um dann immer weiter zu reframen, bis auch stärker belastende Bilder, Klänge und Szenen im Inneren somit verschwinden dürfen.

Sie können diese Technik natürlich auch in der Gegenwart anwenden: Sagen wir, Sie lesen diesen Text auf dem Bildschirm und plötzlich steige ich aus Fleisch und Blut, mit Krallen und dem Geruch von Schwefel, leibhaftig aus dem Screen, lege beide Pranken um Ihren Hals und schreie Sie an: „Warum lesen Sie diesen Schrott eigentlich?!“ – dann können Sie gelassen im Bürostuhl nach hinten sinken und aus meinen Händen Sonnenstrahlen machen, aus meinen Worten Vogelgezwitscher und aus meiner wütend verzerrten Teufelsfratze, freundliche Zeilen, die nur dafür da sind, Sie zu inspirieren.

Gut, ein etwas abstraktes Beispiel vielleicht.

Aber faszinierend bei dieser ganzen NLP-Sache ist für mich wirklich eines: Wie wir uns permanent selbst programmieren und Bürden auferlegen, unter denen wir ächzen, obwohl wir immer die freie Wahl haben, wie wir nun auf das, was uns passiert, reagieren wollen. Schopenhauers Zitat „Der Mensch kann wohl tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will“, ist somit etwas relativiert, denn jenes große Feld, aus dem das Wollen, Streben, Handeln besteht, welches im Unbewussten verankert ist, und welche Muster uns in Wiederholungszwänge schlittern lassen, nehmen wir hier mithilfe von Irene Itene straffem, aber nie stressigen Seminar genauer unter die Lupe und erkennen zumindest einige Auswege aus dieser höllischen Prägungs-Falle.

Die konkreten Auswirkungen dieser Auseinandersetzung sind jetzt schon deutlich spürbar – nicht in lauen Floskeln oder nachgeplapperten Reden des Meisters – sondern in konkreten Resultaten aus dem Alltag der Teilnehmer:

Auf die Frage, ob sie bereits durch das Gelernte irgendwelche Veränderungen bemerken konnten an sich und ihrer Umwelt, antworteten die Teilnehmer mit verblüffenden Ereignissen: Eine in die Brüche geratene Ehe, die schon kurz vor der Scheidung stand, hat sich völlig neu entwickelt, indem der Teilnehmer gewisse Verhaltensmuster ablegen konnte und berührt gestand: „Ich habe meine Familie ganz neu kennengelernt und es ist großartig“, ganz grundsätzlich berichteten alle darüber, dass sie nun bessere Gespräche führen, ob beruflich oder privat, besser zuhören können und sich in kritischen, von Emotionen aufgepeitschten Situationen, emotional herausnehmen können, um den Überblick zu bewahren. Auch die Selbstakzeptanz scheint bei allen gewachsen zu sein, denn ihnen wurde klar, dass ein Mensch eine Ansammlung von Ausprägungen darstellt, die an sich weder schlechter noch besser sind, Vergleiche mit anderen sowieso nix bringen und Vieles überlagert und geprägt ist von unbewussten Mustern, die es kennenzulernen gilt, bis wir eines Tages nur noch das wollen, was wir wirklich wollen und nicht der Fernseher, die Werbung oder irgendein soziales oder politisches Umfeld will, dass wir wollen.

Wenn wir alles täten, wozu wir imstande sind, würden wir uns wahrlich in Erstaunen versetzen.

Thomas A. Edison

Wie erreicht man diese Haltung ohne Engelsklimbim, Schnaps, Hammer auf dem Kopf oder Voodoo?

BAUSTEIN 6 & 7 

Jakisnica (HR), 09.10.-13.10.2013

Es gibt da irgend so nen Punkt, ab dem die Sache magisch wird. Es kann sein, dass das Leben sich plötzlich ganz unvermittelt von seiner besten Seite zeigt und das seltsamste daran: Diese Seite scheint mitten in dir selbst zu liegen.

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So ähnlich wie mit der Vase: Die Substanz in ihrem Bauch besteht aus derselben Luft, die den Raum erfüllt, und erst, wenn die Hülle zerbrochen ist, verbindet sie sich wieder nahtlos mit der restlichen Luft. Und wenn etwas in jenen denkwürdigen Tagen auf der Insel Pag zerbrochen ist, dann waren es genau diese panzerartigen Hüllen, die dazu führen, dass du Dinge sagst, die du nicht so meinst, dass du bist, wie du nicht sein willst, dass du flüsterst, wo du schreien solltest – ich darf sagen: Von allen Teilnehmern und mir als begleitender Autorin mittendrin wurde diese einzigartige Erfahrung geteilt.

Eines der verblüffenden Talente von Irene Itene ist es, eine Ansammlung von Menschen unterschiedlicher Prägungen, unterschiedliche Charaktere und Temperamente mit unterschiedlicher Herkunft, Bildung, Beruf oder Orientierung, zusammen zu bringen und eine Atmosphäre zu verbreiten, wo man einander mit Respekt und gegenseitiger Anerkennung behutsam und ganz nebenbei zu Bestleistungen bringt. Ich denke, diese Atmosphäre heißt: Vertrauen.

Wodurch entsteht Vertrauen? Wenn ich das Gefühl habe, ernst genommen zu werden und sagen und tun darf, was ich möchte. Und alle anderen dürfen das auch, nein,- sie sollen sogar, denn ich bin interessiert an ihrer Wahrnehmung, wie ihr Blick auf eine Sache fällt, und fühle mich oder meinen Standpunkt keine Sekunde lang bedroht.

Und damit sind wir schon mitten im Thema.

Die Gruppe kam um 21:00 im dunklen, von märchenhaften Olivenhainen umkränzten Jakisnica an, es regnete.

Man steht sich selbst immer einige Schritte zu nah und dem Nächsten einige Schritte zu fern.

Friedrich Nietzsche

Fünf Teilnehmer und Irene Itene strandeten an diesem kleinen Ort am Meer, nach teils stressigen Wochen, angespannt wegen der schriftlichen Prüfung, angespannt wegen dem Wissen aus den letzten Bausteinen: Man weiß bei Irene Itene nie genau, was passieren wird und angespannt, weil jeder eine 20minütige Präsentation seiner Projektarbeit zu absolvieren hatte.

Angespannt aber auch, weil die Teilnehmer wussten, dass sie nun das Ende eines Trips erreichen, der Vieles in ihnen und in ihrer Umwelt verändert hat, mitunter ganz ohne, dass sie es bewusst forciert hätten. So druckvoll der Beginn, so entspannt das Ende des Seminars, denn wir beschäftigten uns mit einer Menge praktischer Übungen, Phantasiereisen, Theorie und dem Trainieren erlernter Techniken.

Kennen Sie z.B. die Walt Disney Strategie? Sie hilft Ihnen, in Ihrem Sein und Ihrem Beruf, drei Positionen zu definieren und räumlich zuzuordnen: Den Träumer, den Realist bzw. denjenigen, der Ideen in die Tat umsetzt, und den Kritiker. Alle drei sind notwendig, um Großes zu schaffen, alle drei verdienen den gleichen Respekt und eine Ausgewogenheit in ihrem Verhältnis zu einander und jeder braucht seinen eigenen Raum, von dem aus er agiert. Diese Strategie geht wirklich auf good old Walt Disney zurück, und ich kann Ihnen nur empfehlen: Ziehn Sie sich den Stoff rein, das hilft ungemein, um ein Projekt, die eigene Arbeits- und/oder Lebensweise sinnvoll zu entschlacken und effizienter zu gestalten.

Oder kennen Sie den Begriff Modelling?  Ja, Sie können und dürfen Strategien abschauen und lernen von jenen, die sie beherrschen. Das heißt nicht, dass Sie beginnen, Ihr eigenes Selbst zu verlieren, indem Sie fraglos einem Guru folgen, sondern sich weiterentwickeln, wie wenn Sie eine Sportart erlernen. Das Leben, ihres, meines, wie auch jedes andere, ist voll von Leuten, die irgendwas besser können, und die Möglichkeit bieten, aus ihrem Erfahrungsschatz zu lernen. Körperhaltungen, Übungen, Fertigkeiten – wie schnell es geht, plötzlich gewisse Dinge zu können, wie z.B. Yoga-Übungen, Grundbegriffe des Bogenschießens oder Holzhacken – davon konnten wir uns im gegenseitigen, spontanen Schnellsiedekurs ganz nebenbei auch überzeugen. Klingt banal, ist aber auf vielen Ebenen sehr hilfreich.  Sie haben das Recht, sich selbst zu modellieren.

Wie sieht’s aus bei Ihnen mit Ihren Träumen? Verfolgen Sie sie oder werden Sie von ihnen verfolgt? Was sind Ihre Ziele, Ihre Hoffnungen, Ihre inneren Bilder, die sich stimmig anfühlen? Wir durften dieser Spur nachgehen. In aller Ruhe mit den richtigen Mitteln und Hilfestellungen, wir durften erkennen, wieviel in uns steckt, und wie wir jene Blockaden, die uns daran hindern, so zu sein, wie wir sind, Stück für Stück abbauen können.

Das geht mitunter so weit, dass sich ein ganzes Betriebsklima mit hunderten Mitarbeitern ändert, wie z.B. jenes einer großen Firma in Graz, deren Führungskräfte seit vier Jahren Seminare bei Irene Itene buchen und ihren Mitarbeitern ermöglichen, ebenfalls daran teilzunehmen. Zwei Kursteilnehmer erzählten mir, wie sie und ihre Kollegen einander damals zu Beginn des ersten Seminars im Alltag bei der Arbeit begegneten, wie stressig und kämpferisch die Stimmung oft  war und dass dieser Zustand der lautstarken Auseinandersetzung, Zoff und Mobbing heutzutage in ihrem Betrieb so garnicht mehr denkbar sind, denn bevor sich Gefühle anstauen, dass es zu Explosionen dieser Art kommt, werden Probleme bereits im Frühstadium gemeinsam miteinander besprochen und verarbeitet. Das Gesprächsklima sei heute ein ganz anderes, und sehr viel entspannter und angenehmer, unterstrichen sie begeistert. Vieles davon hat wahrscheinlich mit der Technik des Feedback-Sandwichs zu tun, welche wir nur einige Meter vom Strand auf der Terrasse sitzend, während ein Teil der Gruppe mit dem Putzen eines riesigen Berges Eierschwammerln beschäftigt war, erlernten. Ja, Eierschwammerl gibt’s hier auch, eine seltsame Kombination, ich weiß. Scampi, Inselschafe, Oliven, Pager Käse, gebackene Calamari, Mangold-Kartoffeln, gegrillte Meeresfische, blühender Rosmarin, Lavendel, Feigen, Venus-Muscheln, noch mehr Meeresfrüchte, mein Gott! und – aber zurück zum Feedback-Sandwich – hier wird die Kritik zwischen zwei positive, wohlschmeckende Hälften gesteckt und mundet somit wie ein saftiger, würziger Veggie-Cheese-Burger frisch vom Grill, ohne schlechtes Gewissen und ohne Mogeleien. Dabei geht es darum, in aller Ruhe erst mal zu sehn, ob der Empfänger der Kritik im Moment überhaupt aufnahmefähig ist, und Du-Botschaften und alles, was vorwurfsvoll klingt oder im Grunde eine Unterstellung ist, zu vermeiden, denn damit bleibt man selbst bei der Sache und auch der Gesprächspartner kann erkennen, worum es wirklich geht, und kann darauf reagieren, ohne sich verteidigen zu müssen. In dieser Haltung erwähnt man zuerst Positives, das mit der Handlung der Person verknüpft ist, und endet auch wieder in aufbauenden Worten, die Wertschätzung und Dankbarkeit ausdrücken. Übrigens macht das ganze erst richtig Sinn, wenn man draufkommt, dass das garnicht pure Schleimerei ist, sondern dass eigentlich immer auch etwas Positives im Zusammenhang mit dem Umstand der Kritik und der Person steht. Damit kommt man auch weg von diesem „Gut“ und „Böse“-Ding, und rückt sozusagen mit Disney im Rücken an Nietzsche heran, an seine hellen Momente wohlgemerkt, ohne Schmerz und Schmerzmittel in  luftiger Höhe wandernd auf einem Berg mit Aussicht und Wanderstock, zufrieden an seinem Bart zupfend.

Kann man trainieren, bringt viel und wollte ich dieses man nicht schon in Baustein 3 auf den Mond schicken? Es sei mir verziehen, bei Beschreibungen dieser Art ist es einfach so fürchterlich praktisch, manno man.

Ich kann nur empfehlen, sich in Ruhe selber mal mit diesen Techniken auseinanderzusetzen,- sie sind einfach, logisch und leicht anwendbar. Und sie wirken.

Schön ist, wenn aus der Theorie Praxis und mehr: Alltag wird. Ich durfte dabei sein, wie Menschen ihre persönlichen Grenzen überwanden, bei jedem eine andere, durfte erleben, wie viel Solidarität durch Echtheit, Kongruenz, entsteht und dadurch ein Austausch beginnt, der nicht nur sehr angenehm ist, sondern viel mehr konkrete Aktion und Kreativität ermöglicht, weil keine Energie mit sinnlosen Zweifeln oder Konflikten verschwendet wird.

Ein zu Beginn des Seminars von Selbstzweifeln und beruflichen Problemen geplagter, verunsicherter junger Mann ist aufgeblüht und hat mit viel Herz und Humor und unglaublich plastischen Sprachbildern eine freie Präsentation hingelegt, nach der wir alle Tränen der Rührung in den Augen und auf den Wangen hatten. Das war ganz sicher der beste und stärkste Vortrag meines Lebens. Ein wahrer NLP Trainer!

Ich bekomme jetzt noch Gänsehaut, wenn ich daran denke. Eine Teilnehmerin, nämlich ich, warf jedes Präsentationskonzept um, und setzte sich direkt an den Tisch hinein in die Runde der anderen Teilnehmer, um zu erzählen, was da passiert war im verrückten letzten halben Jahr, und wie es geht, dass man von der Notfallstation des LKH-Graz plötzlich auf einer traumhaften Terrasse am Meer landet und das Ganze auch noch allen Ernstes „zu Hause“ nennen  darf. Danach machten wir spontan eine Flasche herrlichen, südsteirischen Weißburgunder auf und maßen die Abstrahlung meines Energiefeldes (mit Stäben, so ähnlich wie Wünschelruten): sieben Meter.

Kein Scheiß. Sieben Meter, die immer strahlen sollten, meine ich.

Ein dissoziierter, kontrollierter Teilnehmer katapultierte sich in den für ihn schwierigsten, nämlich in den assoziierten Zustand, indem er sich voll und ganz dem Zufall auslieferte (selbst seine schriftliche Arbeit war kurz zuvor ins Meer gefallen) und meisterte die Herausforderung bravourös, ein anderer Mann mit täglichem 16 Stunden-Arbeitstag, im Verkauf tätig, immer am Gas und immer rege, zeigte nicht nur ein Gefühl, sondern eine ganze Palette, wie von van Gogh, sehr pur und sehr strahlend, und eine ruhige Bescheidenheit sich und seiner Umwelt gegenüber, die das Wunder der Demut offenbarte, ja, und bevor ich weiter ins Wundern und Schwärmen gerate und dieser „Bericht“ das Ausmaß eines Sammelbandes annimmt, komme ich ans Ende, das sich eher wie ein Anfang anfühlt.

Hier verabschiedeten sich keine Fremden, keine anonymen Kursteilnehmer, keine Bauernbuam, Verkäufer oder Künstler, sondern am Ende einer aufwühlenden, aufregenden Zeit angekommene, in jedem Sinne gleichwertige Freunde, die Geschichten und Lebenswege hinter sich haben, welche unterschiedlicher nicht sein könnten und trotzdem zueinander einen offenen Kanal freigelegt haben, auf dem sie weiterhin agieren. Diese Tage waren außergewöhnlich,- Facebook würde sagen: „ein Lebensereignis“.  

DANKE FÜR DAS UNVERGESSLICHE an Irene Itene und diese bewundernswerte Gruppe von ganz besonderen Menschen, die bereit sind, sich selbst zu verändern, um dem Teufel, der im eigenen Inneren wohnt, direkt ins Gesicht zu blicken und ihm den Kragen umzudrehn, denn das ist die wahre Challenge.

Du hast die Wahl – niemand sonst. 


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